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Hospiz bedeutet Herberge, Unterkunft und
Gastfreundschaft. Es ist ein Ort der Hospitalität, d.h. ein Ort der
Gastfreundschaft und Zuneigung. Die ersten Hospize entstanden im 18.
Jahrhundert in Dublin (Irland) und in Lyon (Frankreich) und
verbreiteten sich weiter in andere europäische Länder. Frau Doktor
Cicely Saunders gründete im Jahr 1967 das erste stationäre Hospiz
„St. Christophers Hospice“ in London. Dr. Saunders beschreibt es so:
„Dies ist ein Ort der Begegnung für Körper und Seele. Die Sterbenden
und Schwerstkranken brauchen Unterstützung und die Geborgenheit der
Gemeinschaft“. Die Sterbenden haben mehr Lebensqualität im Hospiz,
nach dem Motto: so wenig Medizin wie möglich, aber doch so viel wie
nötig. Der Hospizgedanke verpflichtet sich den Menschen gegenüber,
die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, die zum Tod führen wird
und eine lebenserhaltende Therapie nicht möglich ist bzw. vom
Patienten nicht mehr gewünscht wird. Die Sterbebegleitung ist eine
der wichtigsten Aufgaben im Hospiz. Sterbebegleitung heißt,
Sterbende und ihre Angehörigen zu unterstützen und ihnen
beizustehen. Sie sind auf diesem Teil ihres Lebensweges nicht
allein. Die Schwerstkranken sollen möglichst beschwerdefrei bis
zuletzt leben können, umsorgt von Familie, Freunden, Betreuern und
Ärzten. Zum Wohle von Schwerstkranken und deren Angehörigen arbeiten
Ärzte, Schwester, Pfleger, Seelsorger, Therapeuten und ehrenamtliche
Hospizhelfer als interdisziplinäres Team (alle ziehen an einem
Strang) zusammen. Sterben ist ein Teil des Lebens. Es soll weder
verkürzt noch verlängert werden. Aktive Sterbehilfe (Euthanasie) ist
im Hospiz ausgeschlossen. Bei Bedarf und auf Wunsch werden die
Hinterbliebenen auch nach dem Tod ihres Angehörigen begleitet. Die
Kranken werden zu jeder Zeit als Person ernst genommen und geachtet.
Dazu gehört u.a. liebevoll begleitet zu werden, soziale Kontakte zu
haben, mit eigenen Bedürfnissen geachtet zu werden. Hospiz ist für
alle Menschen da, egal welcher Konfession oder welchem Weltbild sie
angehören. Die Hospizmitarbeiter sind den christlichen Grundwerten
verpflichtet, nach dem Gebot: „Du sollst nicht töten!“. Die
Hospiz-Bewegung besteht aus drei Teilen: ambulant arbeitendes Team
(Hausbesuche, Trauerbegleitung von Angehörigen), Begleitung auf der
Palliativstation (stationäre Hospiz) oder als Beratung der
Angehörigen, wie man z.B. einen Schwerkranken zu Hause pflegen kann.
Die Nöte und Bedürfnisse
schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer
Angehörigen stehen im Mittelpunkt der Hospiz-Bewegung. Der
Patient wird zu jeder Zeit als vollwertiger Mensch geachtet.
Trotz des nahenden Lebensendes kann der Patient seine
individuellen Interessen verfolgen und Anteil am täglichen
Leben haben. Die Hospizhelfer unterstützen bei
Schwierigkeiten, z.B. bei Ehe- und Partnerschaftsproblemen,
Verständigung und Versöhnung in der Familie, Finanzen,
Regelung sonstiger persönlicher Angelegenheiten. Auch bei
Fragen nach Glauben und Sinn des eigenen Lebens sollte der
Schwerkranke Verständnis, Hilfsbereitschaft durch Freunde
oder Seelsorger finden. Ferner soll es auch möglich sein, in
seiner eigenen vertrauten Umgebung leben zu können. Die
Familie und Angehörige haben ständig Zugang zum
Schwerkranken und werden in die Pflege und Betreuung mit
einbezogen. Im stationären Hospiz wird die Heimbringung
angestrebt, eine Rückkehr ist allerdings möglich. Die
Betreuung und Begleitung zu Hause geht nach einem
stationären Aufenthalt ambulant weiter. Des weiteren
schließt der Hospiz-Dienst die Begleitung der Angehörigen
und Hinterbliebenen über den Tod hinaus mit ein. Aufnahme in
die Hospiz-Betreuung finden Menschen mit unheilbaren
Krankheiten, z.B. Krebs mit Metastasen, AIDS, Erkrankungen
des Nervensystems mit Lähmungen und auch nur noch eine
geringe Lebenserwartung haben. |
Ein Hospizhaus will keine
„Sterbeklinik“ sein, in der Menschen abgeschoben werden. Das
Ziel ist ein würdevolles Leben der schwerkranken Menschen im
Kreise ihrer Familien bis zum Tod. Es gibt Situationen, dass
die Angehörigen den Sterbenden nicht selbst pflegen können.
Dafür ist stationäre Hospiz (Palliativstation) da. Das Haus
ist hell und freundlich eingerichtet. Angehörige werden im
Tagesablauf voll mit einbezogen, z.B. bekommen sie ein
Zusatzbett. Es wird hochwertige Pflege angewendet. Der
Hausbetreuungsdienst wird auch von den ehrenamtlichen
Helfern verrichtet. Er ist kostenlos und es versteht sich
nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Sozialstationen. Der
Hospizhelfer will und kann keine pflegerischen Aufgaben
übernehmen. Sie sitzen einige Stunden am Bett, spenden
Trost, erzählen Geschichten oder gehen einkaufen. Die
Angehörigen werden von den Hospizhelfern mobilisiert. Sie
übernehmen auch Nachtwache. Wichtig ist, dass die Wünsche
und Bedürfnisse des Schwerkranken beachtet werden.
Die Bedürfnisse lassen sich in vier Bereiche aufteilen:
a) Sozialer Bereich: Wünsche äußern, z.B. ich will zu Hause in Ruhe
sterben. Oder ich möchte
nicht verbrannt werden, Abbau von Angst vor dem Tod,
b) Körperlicher Bereich: Anregung der Sinne, Angst vor Schmerzen
nehmen, gute Pflege,
c) Psychischer Bereich: den eigenen Tod zu akzeptieren,
d) Wertvorstellung: die Frage nach den Sinn des Lebens kommt bei den
Schwerkranken meist vor.
Sie fragen, wozu das Leben sinnvoll ist. Das Positive im Leben ist
zu erwähnen. Das Motto
lautet, nicht zum sozialen Tod kommen zu lassen.
Der Hospizhelfer gehört zum interdisziplinären Team. Der Patient und
die Angehörigen sehen in ihm einen Wegbegleiter. Hospizhelfer zu
sein ist kein Beruf, sondern eine ehrenamtliche Aufgabe. Die Helfer
werden geschult und fortgebildet. Die Tätigkeit eines Hospizhelfers
wird an einem Vorbereitungsseminar vermittelt. Doris Ehrenreich
berichtete, dass in Würzburg sechs gehörlose Frauen im Fach Hospiz
geschult wurden. Somit konnten sie das Wissen aneignen und sind
ehrenamtlich für die gehörlosen Menschen tätig. Für ihren
ausführlichen Vortrag bekam Doris Ehrenreich viel Applaus und ein
Geschenk. Sie verteilte die Faltblätter „Hospizgruppe Gehörlose“.

Landesfrauenbeauftragte Carmen
Geyer überreicht der Referentin Doris Ehrenreich ein
Geschenk für Ihren Vortrag
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Nach der Mittagpause ging es mit dem
Thema „Frauenarbeit“ im Landesverband weiter. Sigrid Gast,
stellvertretende Landesfrauenbeauftragte, schilderte uns die
Geschichte der Frauenbewegung für Hörende und für Gehörlose damals
und heute. Sie machte aufmerksam, dass die gehörlosen Frauen ein
wichtiges Glied im Vereinsleben darstellen. Sie sollen die
Möglichkeit erhalten, im Vorstand eines Gehörlosenvereins
mitarbeiten zu dürfen. Um dies möglich zu machen, ist es wichtig,
dass die Frauen im Vorfeld sich viel Wissen aneignen. Die Landes-
und Bezirksfrauenbeauftragte geben den Frauen in vielen Bereichen
Informationen, um die Wissensbildung zu erweitern.
Auf die Frage: „Frauenbeauftragte - für was?“ erklärte Sigrid Gast
die Notwendigkeit einer Frauenbeauftragten. Diese ist die Leiterin
der Frauengruppe. Der Landesverband Bayern hat seit 1998 eine
Landesfrauenbeauftragte und Stellvertreterin.
Die Arbeitstagung für Frauenbeauftragte, wobei auch interessierte
Frauen anwesend waren, diente dazu, über die Probleme der
Vereinsfrauenbeauftragten zu diskutieren und nach Lösungen zu
suchen.
Wir haben im Landesverband Bayern neben den Landes- und
Bezirksfrauenbeauftragten und Stellvertreterin viele
Vereinsfrauenbeauftragte, die sich um die weiblichen Mitglieder
kümmern. Neben Bastel- und Kartenspiele- Abenden, sowie
Unterhaltungsabenden, bekommen die Frauen auch verschiedene
Informationen, die für die Allgemeinbildung wichtig sind.
Erfahrungsaustausch und Vorträge, die im Verein oder bei Seminaren
für Frauen abgehalten werden, sind immer interessant. Sigrid Gast
betonte, dass so manche Frau durch den Dialog mit anderen Frauen
selbstbewusster und selbstsicherer werden konnte. Das
Selbstbewusstsein der hörgeschädigten Frauen zu stärken, in der
Gesellschaft sicherer aufzutreten ist besonders wichtig. Die
Vereinsfrauenbeauftragten erhalten finanzielle Unterstützung vom
Vereinsvorstand, sodass sie auf Einladung zu den Seminaren fahren
können. Bei den Seminaren gibt es spezielle Themen für Frauen, die
sie interessieren. |
Die Männer sollten lernen, zu akzeptieren, dass ihre Frauen
selbstbewusster und selbstsicherer geworden sind. Dies gilt auch für
die Männer im Vereins und Bezirksvorstand.
Die anwesenden Frauen stellten Fragen. Frau Gast gab präzise
Antworten. Ferner machte sie klar, dass die Öffentlichkeitsarbeit
ein wichtiger Baustein in der Vorstandsarbeit ist. Des Weiteren
informierte Sigrid Gast Verschiedenes, die für die Gehörlosen und
Hörgeschädigten wichtig sind.
Sie verteilte von ihr entworfene Faltblätter „Gehörlose und
hörgeschädigte Frauen in Bayern“. Zum Abschluss der Tagung gegen
16:30 Uhr versammelten sich die Frauen zu einem Gruppenfoto.
Anschließend traten alle Frauen die Heimreise an.

Gruppenfoto mit den
Teilnehmerinnen aus Oberbayern
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Christine Spörlein
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