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Nun ist sie also schon wieder vorbei,
die diesjährige Bildungsfahrt der Senioren vom Bezirksverband der
Hörgeschädigten Oberbayern. Diesmal ging es ins Ausland, genauer
gesagt nach Italien an den wunderschönen Gardasee. Vierzig Personen
aus dem Bezirks Oberbayern haben daran teilgenommen und unser
Busfahrer Josef Schneider von unserem langjährigen Busunternehmen
Danhofer hat uns beim Kaufhaus Karstadt am Hbf in München herzlich
empfangen. Wir fuhren über die Autobahn nach
Kufstein-Innsbruck-Europabrücke-Eisacktal und Bozen nach Trento
(deutsch: Trient). Hier machten wir dann ersten Aufenthalt und
besichtigten diese schöne alte Stadt am Ufer der Etsch mit seinen
alten Häuserfasaden und den bekannten Dom, der leider um die
Mittagszeit geschlossen war. Nach einem Imbiss ging es dann weiter
zum Toblinosee und über Arco Richtung Riva. Kurz vorher bogen wir ab
zum Wasserfall „Varone“. Es war ein imposantes Schauspiel, wie tief
im Berginnern große Wassermassen herabstürzten. Das hat alle
beeindruckt. Danach ging es weiter über Riva nach Limone, dem Ziel
unserer Reise und hier kamen wir im gemütlichen Hotel „Garden“
unter. Nach dem ausgiebigen Abendessen bummelten wir noch im
romantischen Ort Limone.
Am zweiten Tag planten wir eine Fahrt
von Malcesine mit der Seilbahn hinauf auf den Monte Baldo. Das aber
nur, wenn das Wetter gut ist. Wir hatten Glück, es war strahlender
Sonnenschein und nach dem Frühstück fuhren wir dann über Riva nach
Malcesine und mit der Seilbahn in zwei Etappen hinauf auf den Monte
Baldo, die Gipfelstation liegt 1850 m hoch. Von oben hat man eine
wunderbare Fernsicht und sieht weit unten den Gardasee malerisch
anzusehen. Es ist anzumerken, dass bei der oberen Sektion der
Seilbahn sich die Gondel um die eigene Achse dreht und da hat jeder
Fahrgast einen Rundumblick und sieht mal die Berge, mal den See.
Nach der Rückfahrt ging es am linken
Ufer des Gardasees entlang über Malcesine-Torri del Benaco nach
Garda, wo wir Mittagsrast machten am Ufer des Sees. Es war heiß um
die Mittagszeit und die Erfrischung und Pause tat gut.
Gestärkt nach dem Mittagessen fuhren wir
über Caprino Veronese hinauf ins Hinterland vom Gardasee nach
Spiazzi. Dort konnte man hinunter zu der Wallfahrskirche „Madonna
della Corona“. Diese Wallfahrskirche klebt wie ein Schwalbennest in
einer Felsenwand und ist über viele Stufen von Spiazzi aus
erreichbar, aber auch mit einem Kleinbus für Gehbehinderte. Ein Teil
ging zu Fuss hinunter, aber hinauf zogen es die meisten doch vor den
Bus zu nehmen, da das Treppensteigen schon sehr beschwerlich war.
Auch der Besuch dieser Wallfahrskirche hat grossen Eindruck
hinterlassen und war vielen gar nicht bekannt.
Die Rückfahrt ging über Garda und Torri
del Benaco. Von dort benutzten wir die Fähre hinüber nach
Toscolano-Maderno und entlang der „Gardesana Occidentale“ auf der
Westseite des Gardasees durch viele Tunnels ging es zurück nach
Limone. Den Abend verbrachten wir nach gutem Essen bei gemütlichem
Plausch, Fussballschauen (Europameisterschaft) oder Bummeln im Ort.
So klang der zweite Tag aus.
Auch der dritte Tag am Gardasee war von
sonnigem Wetter geprägt. Nach dem Frühstück fuhren wir über
Gargnano-Salo-Desenzano auf die Halbinsel Sirmione, am südlichen
Ende vom See. Dort war es sehr heiß als wir um die Mittagszeit
ankamen. Aber es ist schön, durch den romantischen Ort zu bummeln,
obwohl sehr überlaufen mit Touristen. Die Halbinsel ragt vier
Kilometer in den See hinein und man kann auch Stück mit einem süssen
kleinen Bähnlein fahren, wenn es zu anstrengend war zu laufen. Am
Ende der Halbinsel konnten wir die Grotten des Catull besichtigen,
Überreste aus der Römerzeit und die mächtige Skaligerburg an Anfang
des Ortes ist auch imposant anzusehen. Wir hatten genügend Zeit um
in Sirmione alles in Ruhe zu betrachten, bevor es wieder zurückging
auf der Gardesana durch die Tunnels.
Unser letztes Tagesziel heute war Pieve
di Tremosine, eine Hochebene und dort ist das Restaurant „Miralago“,
das an einem Felsabsturz gebaut ist und die Terasse zeigt hinaus auf
den See, der 400 m tief unten liegt und man kann gemütlich Kaffee
trinken und schaudernd in die Tiefe blicken. Darum der Name „Schauderterasse“.
Doch vorher hatten wir noch ein Abenteuer zu bewältigen. Nach
Gargnano zweigt eine Straße ab zur Hochebene von Tignale und von
dort kommt weiter nach Tremosine. Auf der neuesten Landkarte war die
Straße farbig eingezeichnet, das bedeutet, daß man sie gut befahren
kann. Anfangs war es spannend auf der steilen Bergstraße hinauf auf
die Hochebene mit Blick auf Schluchten und dem See. Dann aber wurde
die Strasse immer schmaler und die Kurven enger. Zuletzt kam der Bus
gar nicht mehr weiter. Was nun? Unser Busfahrer Josef Schneider aber
meisterte diese Situation mit Bravour. Er fuhr acht Kilometer
rückwärts, langsam Schritt für Schritt und gar manchen stand der
Angstschweiss auf der Stirn und fast alle bangten, ob wir heil
wieder zurückkommen. Es hat aber geklappt und der Busfahrer bekam
riesigen Applaus. Er war bewundernswert, denn keine Minute hat er
die Geduld verloren. Es ging wieder hinunter zum See und in Limone
hinauf auf die Hochebene von Tremosine und hier bekamen wir den
Capuccino und leckeren Kuchen auf der Schauderterasse. Ein überaus
spannender Tag ist somit zu gutem Ende gegangen. Am Abend dann
bekamen wir nach dem Abendessen von der Hotelleitung Sekt spendiert
und sie sagten uns, dass sie sehr zufrieden mit unserer Gruppe sind,
wir sind angenehme Gäste. Da waren wir glücklich und zufrieden.
Donnerstag, der letzte Tag unserer
Bildungsfahrt und jetzt heisst es wieder heimwärts zu fahren. Der
Himmel war nicht mehr so blau, Wolken sind aufgezogen und das passte
zur wehmütigen Stimmung, denn es hat uns allen sehr gut gefallen in
Limone. Dir Rückfahrt ging zügig über Rovereto-Bozen und Sterzing.
Hier machten wir zum letzten Mal Mittagsrast auf italienischem Boden
und kauften noch ein paar Dinge ein Bei Innsbruck regnete es und es
war kühler geworden als wir im heimischen Bayernland wieder ankamen.
Wohlbehalten am Abend erreichten wir München und von dort fuhren
alle nach Hause.
Fazit: Es war eine gelungene und schöne
erlebnisreiche Bildungsfahrt gewesen. Die Teilnehmer haben diese
Reise sehr genossen und alle waren zufrieden, sie bedankten sich
herzlich dafür. Es war auch eine gute Gruppe gewesen, die mitmachte
und sich an allem freute. Reiseleiter Richard Semeniuk und seine
tüchtige Mitarbeiterin Gudrun Schwarz sind selbst auch
hochzufrieden, dass alles so gut geklappt hat. Dafür sei Dank
gesagt, auch an Oliver Semeniuk, der als Kommunikationsassistent
fungierte und gerne half und übersetzte, wenn man ihn brauchte. Den
meisten ist er seit dem Vorjahr bei der Eifelfahrt schon bekannt.
Unser Fahrer Josef Schneider ist eine Wucht. Er hat uns sicher und
souverän überall hingefahren und war immer gut gelaunt und herzlich
zu uns. So einen Fahrer kann man sich nur wünschen. Auch seine liebe
Frau, die er mitgenommen hatte war sehr nett und hilfsbereit. Sie
hat bei der Fahrt gerne Kaffee für uns gekocht und Getränke verkauft
und ist ein echt mütterlicher Typ. Ihr wurde auch mit einem kleinen
Geschenk gedankt, genauso wie der Fahrer ein sattes Trinkgeld bekam.
Hat er sich aber voll verdient. Am Vorabend hat Richard Semeniuk
noch bekannt gegeben wohin die Reise nächstes Jahr gehen soll. Er
hat die Senioren raten lassen, doch niemand ist darauf gekommen. Wir
wollen Ende Juni 2009 in die Rhön fahren mit den Zielen
Bischofsheim, Kloster Kreuzberg, Wasserkuppe, Fulda, Meiningen und
Eisenach mit Wartburg. Wir freuen uns, wenn viele dabei wieder
mitmachen werden.
Danke auch dem Bezirksverband Oberbayern
mit seinem Vorstand Rudolf Gast für die Bewilligung und
Bezuschussung dieser Bildungsfahrt. Die Senioren wissen es zu
schätzen.
Bericht und Fotos: Richard Semeniuk
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Kleiner Plausch am Ufer der Etsch in
Trento

Beim Wasserfall Varone

Die Panoramaseilbahn auf den Monte Baldo

Unsere Seniorengruppe auf dem Monte
Baldo

Wallfahrskirche „Madonna della Corona“
bei Spiazzi, 15 km von Garda entfernt.

Fröhliche Rast in Garda: Unsere
Seniorenbeauftragte Gudrun Schwarz freut sich aufs Mittagessen

Das ist knapp. Unser Bus auf der Fähre
von Torri del Benaco nach Toscolano-Maderno

Durch viele Tunnels geht es auf der
schönen „Gardesana“ entlang des Gardasees

Unsere „Münchner Gruppe“ in Sirmione vor
der Scalligerburg

Die „Schauderterasse“ in Tremonsine hoch
über dem Gardasee

Kaffeestunde im Restaurant „Miralago“
400 m tief liegt der Gardasee

Abendstimmung in Limone am Gardasee
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